Foto: Sven Pieren, Müller Medien AG, Gstaad

Unser Wald und seine

Funktionen

Der Wald schützt vor Naturgefahren. Er produziert den nachwachsenden Rohstoff Holz. Der Wald bietet vielen Besuchern Raum für Erholung und Sport. Er dient Tieren und Pflanzen als Lebensraum, bindet CO2 und ist damit wichtig für unser Klima.

Holzwirtschaft

Der einheimischen Wirtschaft steht ein günstiger Rohstoff zur Verfügung. In der Sägerei von Benz Hauswirth GmbH im Grund bei Gstaad werden jährlich ca. 3000 m3 Rundholz zu Brettern und Balken verarbeitet. In Zimmereien und Schreinereien entstehen daraus Holzkonstruktionen wie Häuser, Brücken und Möbel. Nadel- und Laubholz wird aber auch der papierherstellenden Industrie zugeführt oder als Brennholz verwertet. Waldbewirtschaftung und Holzverwendung wirken sich positiv auf den Klimaschutz aus. Holz als Baustoff oder Energieträger zu nutzen ist ökologisch sinnvoll, weil der Rohstoff Holz CO2-neutral ist.

Orkane fördern den Borkenkäfer

Die Orkane Vivian (1990) und Lothar (1999) wüteten auch im Saanenland. Gesunde Bäume wurden entwurzelt. Die Borkenkäfer, die sich in die Stämme der Fichten bohrten, konnten sich stark vermehren.

Bäume kommunizieren

Für Peter Wohlleben, Förster, sind Bäume nicht nur Gegenstände. Sie sind sehr komplex und vergleichbar mit vielen Lebewesen. In seinem Buch «Das geheime Leben der Bäume» erzählt er Erstaunliches: Bäume haben ein Gedächtnis, tauschen Botschaften aus, empfinden Schmerzen und bekommen sogar Sonnenbrand und Falten. Manche Bäume, wie etwa Eichen, kommunizieren über chemische Duftstoffe miteinander: Wird ein Baum von Insekten befallen, sendet er Duftsignale aus, und alle Bäume in weitem Umkreis, die diese Botschaft empfangen, wappnen sich, indem sie innerhalb von Minuten spezielle Bitterstoffe einlagern, die die Insekten vergraulen.

Quelle: Peter Wohlleben: Das geheime Leben der Bäume. Das Buch von Peter Wohlleben ist teilweise umstritten und wird kontrovers diskutiert (siehe www.openpetition.eu).

 

Schutzwald

Intakte Gebirgswälder schützen Siedlungen, Infrastrukturbauten und Verkehrswege vor Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag und Erdrutschen. Ohne den Schutzwald wäre das Leben in den Bergtälern undenkbar. Und Schutzbauten aus Stahl und Beton anstelle der Wälder würden die Landschaft verunstalten. Bis 1874 unterstanden die Wälder der Hoheit der Kantone. Danach wurden die Bergwälder unter die Aufsicht des Bundes gestellt. Einhergehend mit diesem Bundesgesetz gewann auch der Begriff Bannwald oder Schutzwald an Bedeutung.

 

Lunge

Die Kronenoberflächen der Waldbäume wirken als Filter für Luftverunreinigungen. Ein Hektar Fichtenwald kann jährlich etwa 30 Tonnen Staub und Russ aus der Luft herausfiltern. Ausserdem produzieren Bäume Sauerstoff. Die nötige Energie kommt dabei von der Sonne. Bei den biochemischen Prozessen der Fotosynthese setzt ein Baum Sauerstoff frei — den wiederum die Menschen und Tiere zum Atmen benötigen.

Quelle: planet-schule.de

Gesamtwaldfläche
Saanenland 7227 ha,

davon 5557 ha Schutzwald

Quelle: Amt für Wald, Kanton Bern, Waldprogramm Schweiz; Autor: Eugen Dornbierer-Hauswirth
Fotos: Borkenkäfer: Adobe Stock — pepik44, Bäume: Adobe Stock — by-studio

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