Ivan Inäbnit ist Inhaber und Geschäftsführer der GartenTeam Inäbnit AG. Er lebt mit seiner Frau Heidi und den Kindern Elina und David in Schönried. Er entdeckte die Leidenschaft für den Gärtnerberuf über Umwege und absolvierte 2002 die Ausbildung zum Landschafts-
gärtner. Nach einigen Jahren Berufserfahrung übernahm er 2012 die Kurt Eschler Gartenbau AG. 2021 erfolgte der Firmen-
neubau und die Namensänderung. Seine Freizeit verbringt der Unternehmer gern in der Natur, deren Schönheit er auch mal mit der Fotokamera einfängt.

Langsames Umdenken und neue Trends im Gartenbau

Der passionierte Landschaftsgärtner und Gartenbauunternehmer Ivan Inäbnit gibt Ratschläge, was
bei sparsamer Bewässerung und Düngung beachtet werden sollte und wie der Garten klimagerechter gestaltet werden kann.

Ivan Inäbnit, warum müssen Gartenpflanzen bewässert werden? Können sie sich nicht selbst versorgen? 

Wasser bedeutet Leben. Bei einer Neupflanzung oder Ansaat muss genug und oft gegossen werden, damit die Pflanze richtig anwurzeln kann. Erst danach versorgt sie sich im Idealfall selbst mit genügend Feuchtigkeit.

Welche Nährstoffe brauchen Pflanzen besonders?

Die drei Hauptelemente, welche die Pflanzen für ihre Vitalität und ihr Wachstum brauchen, sind im NPK-Dünger enthalten: Stickstoff (N), Phosphor (P) und
Kalium (K). Die genaue Zusammensetzung ist je nach Pflanzenart anders. Fast für jede Pflanze gibt es einen spezifischen Dünger.

Gibt es Alternativen zu künstlichem Dünger?

Es gibt zwei Arten von Düngern: mineralische und organische. Der mineralische – synthetische ­ oder künstliche ­– Dünger besteht aus einer Salzform, welche in Verbindung mit Wasser der Pflanze direkt als Nahrung dient. Der natürliche Dünger enthält organische Materialien, die zuerst von Bodenorganismen zersetzt werden müssen, bevor die Pflanze die Nährstoffe daraus beziehen kann. Für den Gemüsegarten empfiehlt das Gartenteam nur organischen Dünger. Eine Alternative ist, vor dem Winter alten Kuhmist im Gemüsebeet auszubringen und ihn vor der Neusaat im Frühling zu untergraben. Hausgemachte Komposterde kann ebenfalls Wunder bewirken. 

Jüngste Feldversuche zeigten, dass die Behandlung mit Mikroorganismen wesentlich zur Stärkung von Pflanzen beiträgt. Der Rasen treibt tiefere Wurzeln, wächst dichter und muss weniger mit Fungiziden und Pestiziden behandelt werden. Auch andere Kulturpflanzen wie Rosen werden dadurch in ihrer Vitalität gestärkt. Der Einsatz von Mikroorganismen ist ein ökologischer Schritt gegen klimabedingte Wetterextreme und deren negativen Auswirkungen auf die Pflanzenwelt.

Welche Gartenpflanzen empfehlen Sie im Hinblick auf den Klimawandel? 

Der Trend weg vom «Golfrasen» zurück zur einheimischen Blumen- und Kräuterwiese wird erst langsam spürbar. Die Umsetzung ist nicht immer einfach, da der Boden oft neu angelegt werden muss. An sonnigen und trockenen Lagen kann es auch ein Steingarten mit trockenresistenten Polsterpflanzen sein.

Einheimische Sträucher und Laubgehölze spenden Schatten und verringern das Austrocknen der Böden. Exotische ortsfremde Pflanzen jedoch, welche für die einheimische Flora und Fauna eine Gefahr darstellen, stehen unter dem Gesetz der invasiven Neophyten und sind je nach Klassifizierung verboten oder nur mit Vorbehalt zu pflanzen. 

Wird das Bewässern von Gärten wegen der Wasserknappheit zum Problem?

Es kam in den letzten Jahren schon vor, dass die Bewässerung von Gartenanlagen infolge Wasserknappheit untersagt wurde. Achtet man bei der Pflanzenwahl auf Standort und Bodenbeschaffenheit, kann viel Wasser gespart werden. Pflanz- und Rasenflächen sollte man nicht unnötig mit einer automatischen Berieselungsanlage wässern, weil die Pflanzen in dieser Weise nur oberflächliche Wurzeln bilden und schnell vertrocknen, wenn das Wasser abgestellt wird.

Es gibt aber sparsame Bewässerungssysteme für Blumenkistchen, die mittels eines kleinen Tonkegels die Erdfeuchtigkeit messen und nur so viel Wasser wie nötig abgeben. Auch die Verwendung von Regenwasser macht in unserer gewitterreichen Region Sinn.

Achtet man bei der Pflanzenwahl auf Standort und Bodenbeschaffen-heit, kann viel Wassergespart werden.

Ivan Inäbnit

Gewusst?

Gewisse Samen wie die der Blacke (Stumpfblättriger Ampfer) können bis zu mehreren Jahrzehnten im Boden überdauern. Nach einer Umwälzung des Bodens, zum Beispiel bei Grabarbeiten, kann die Energie im Samen aktiviert werden und die Wiese ist plötzlich voll von diesem unbeliebten Unkraut. 

Foto: Ivan Inäbnit

Morgentau — mehr als nasse Füsse

Im Sommer ist das Gras am frühen Morgen oft nass, obwohl es nicht geregnet hat. Gegen Morgen berührt die wärmere Luft den Boden, der während der Nacht abgekühlt ist. Der in der Luft schwebende gelöste Wasserdampf kondensiert zu Wassertropfen und setzt sich an den Pflanzen fest. Man kriegt aber vom Morgentau nicht nur nasse Füsse, sondern die Flüssigkeit ist für viele Pflanzen und kleine Tiere wichtig, wenn es lange nicht geregnet hat. 

Und richtig erraten: Der Reif, der im Spätherbst bei Nulltemperaturen unsere Wiesen weiss überzieht, ist nichts anderes als gefrorene Tautropfen. Wenn die Temperatur unter null Grad Celsius sinkt, gefrieren die Tautropfen und werden zu Reif. 

Quelle: schule-und-familie.de;
Foto: unsplash.com/Aaron Burden

Autor und Foto: Martin Gurtner-Duperrex

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