Das Naturschutzgebiet Rohr

Eine Symbiose aus Landwirtschaft, Natur und Tourismus
Im Rahmen der vom Schweizer Stimmvolk angenommenen Volksinitiative «Rothenturm-Initiative – zum Schutz der Moore» Ende 1987 wurde das Auen- und Feuchtgebiet Rohr im Talboden südlich von Lauenen vom Kanton Bern am 6. Dezember 1995 unter Schutz gestellt. Das Gebiet stellt heute den grössten undrainierten (nicht entwässerten) Talboden im Berner Oberland dar und wurde aufgrund der vorhandenen vielfältigen Naturwerte in die jeweiligen Bundesinventare der Auengebiete, Flachmoore und Flachmoorlandschaften von nationaler Bedeutung aufgenommen. Damit bezweckt werden einerseits die Erhaltung eines botanisch wertvollen voralpinen Flachmoores, das durch regelmässige Streumahd geprägt wird, andererseits ist er auch ein bedeutender Brut- und Rastplatz für Sumpf- und Wasservögel, wo verschiedene Arten ihre höchstgelegenen Brutplätze in der Schweiz erreichen, und nicht zuletzt auch ein wichtiger Amphibienlaichplatz. 

Tristen

Ein weiteres Ziel der Unterschutzstellung ist die Gewährleistung der traditionellen Bewirtschaftung. Denn das heutige Erscheinungsbild des Rohrs ist das Resultat einer jahrhundertealten Tradition der herbstlichen Streumahd. Das getrocknete Mähgut wird im Herbst an Holzstangen zu sogenannten Tristen aufgeschichtet, im darauffolgenden Herbst eingebracht und letztlich im Stall zum Einstreuen verwendet. Nur durch regelmässige Bewirtschaftung können die artenreichen Riedflächen erhalten werden. Deshalb hat der Kanton Bern mit den Landwirten Bewirtschaftungsverträge abgeschlossen, welche die Nutzung wie beispielsweise den Mahdzeitpunkt oder ein Düngeverbot regeln. Abgegolten werden diese Leistungen durch Beiträge von Bund und Kanton. Zusätzlich wird das Erstellen von Tristen von privaten Förderern finanziell unterstützt

Hochwasserschutz

Auffangbecken

Das Schutzgebiet Rohr dient ausserdem als natürliches Auffangbecken bei langanhaltenden Niederschlägen, weil es sich wie ein Schwamm vollsaugt und das Wasser in gewissem Masse zurückhält und dadurch das Dorf Lauenen vor Überflutung schützt.

Unwetter

Als das Rohr durch das Unwetter im August 2020 in Mitleidenschaft gezogen worden war, mussten Schwemmholz und Kies entfernt  werden (siehe Fotos).

Auffangbecken

Auch der Tourismus nutzt das Gebiet mit Langlaufloipen, Schneeschuhwanderungen sowie Winter- und Sommerwanderwegen. Beliebt sind auch der Skulpturenweg und die Kutschenrundfahrten.

Autor: Kerem S. Maurer; Fotos: Gemeinde Lauenen, Illustration: Susanne Kaiser, Müller Medien AG, Gstaad

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